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Pop-Up-Ausstellung für Kurt Naef 
im Schweizer Kindermuseum - Ein Besuch

News & Stories — 05. May 2026
by Ludmila Podlasly
Vor 20 Jahren, im Mai 2006, blickte Kurt Naef im Schweizer Kindermuseum in Baden gemeinsam mit vielen Besucherinnen und Besuchern auf sein Lebenswerk zurück. Zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 2026 wurde "Der Spielzeugmacher", wie ihn das damals erschienene Buch nennt, in einer Pop-up-Ausstellung vom 1. bis 31. Mai an eben diesem Ort erneut gewürdigt. Ich war dort.

Was mich sofort gepackt hat, ist diese spürbare Tiefe in seinen Visionen. Es sind Spielzeuge, die Kinder und Erwachsene gleichzeitig erreichen, fast wie eine stille Verbindung zwischen den Generationen. Und überall ist dieser Respekt vor der Kindheit spürbar. Nichts wirkt belehrend oder laut, eher so, als würde man ganz sanft daran erinnert, wie viel Fantasie eigentlich in einem steckt. Genau das macht diese Objekte so besonders. Sie überdauern Moden, tragen Erinnerungen weiter und werden oft einfach weitergegeben.


Auch die Ausstellung selbst bleibt bewusst zurückhaltend. Alles ist klar, reduziert, auf das Wesentliche konzentriert. Gerade dadurch entsteht eine starke Wirkung. Man schaut genauer hin, nimmt sich automatisch mehr Zeit. Es fühlt sich stimmig an, weil sich hier alles an der Grenze zwischen Kunst, Design und Handwerk bewegt.


Das Publikum hat mich ehrlich überrascht. So viele unterschiedliche Menschen, von ganz jung bis alt, und sogar Besucher, die von weit her angereist sind, etwa aus Japan. Und dann die Kinder. Sie gehen neugierig durch die Räume, entdecken, staunen, probieren aus und sind dabei unglaublich rücksichtsvoll. Diese Mischung aus Offenheit und Achtsamkeit bleibt mir im Kopf.


Ich bin am Ende mit einem sehr klaren Gefühl gegangen: Dass gutes Design wirklich keine Zeit kennt und dass es manchmal genau solche Dinge braucht, um sich wieder daran zu erinnern, wie einfach und stark gutes Spiel sein kann.

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