Hedwig Bollhagen

Begonnen hat alles in den goldenen Zwanzigern, als Hedwig Bollhagen an der Harkortschen Steingutmanufaktur Velten-Vordamm mit Bauhausgestaltern wie Gerhard Marcks, Theodor Bogler und Charles Cordel zusammenarbeitete.

Trotz Krieg und „Volkseigentümlichkeiten“ hat sie in 67 Jahren eine Vielzahl von Formen und Dekoren geschaffen. „Alle tragen sie das Signum eines sicheren, künstlerischen Stilgefühls. Von Geist und Ungeist unangekränkelt, weisen sie Hedwig Bollhagen als eine letzte Repräsentantin des Widerstandes gegen Verhunzung, Brutalisierung und Verkitschung des alltäglichen Lebens aus“.
Die HB-Werkstätten für Keramik arbeiten nach den Entwürfen von Hedwig Bollhagen Gebrauchsgeschirr. Gefertigt wird überwiegend in der Technik der Fayencemalerei. Sie selbst bevorzugte weiße, undekorierte Fayencen, aber hoch gerühmt wird sie auch wegen „des für sie überaus typischen abstrakt geometrischen Dekor".

Hinter den Kulissen bei den Keramikwerkstätten

Ein Besuch in den Keramik-Werkstätten Marwitz zeigt was "Handmade in Germany" bei HB noch bedeutet.
Seit 1934 entstehen hier zeitlose Designklassiker in zahlreichen Handarbeitsschritten. Bis zu 60 Mal wird jedes der aufwendigen Produkt von Hand bearbeitet und selbst Töpferscheiben und Handmalerei sind wesentliche Bestandteile für diese "Unikate in Serie".
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RITZ - Sgraffito Technik

Das HB-Originaldekor wird mit schwarzer Engobe auf den reinen Tonscherben aufgetragen, durch Sgraffito-Technik verfeinert und transparent glasiert. Es entstehen Muster mit hohem Wiedererkennungswert, die das außergewöhnliche Talent Hedwig Bollhagens offenbaren. Ihre Ritz-Dekore erzeugen Spannung auf der Oberfläche. Sie unterstützen die Form, bringen sie manchmal aber auch durch einen unerwarteten, asymmetrischen Verlauf aus dem Gleichgewicht und zum Schwingen. Hedwig Bollhagen entwickelte die Ritz-Dekore seit den 30er Jahren.

Zeitlos in Gebrauch und Design

Unverkennbar ist der Pinselstrich, den Hedwig Bollhagen mit ruhiger Hand über feine Tassen, Kannen und Vasen zog. So entstanden diese klassisch eleganten Keramikprodukte. Von ihr geschaffene Formen und Dekore sind nicht einfach nur schön, sondern vollkommen.

Fast alles ist schnörkellos zeitloses Alltagsgeschirr, das heute genauso gefragt ist wie vor vier, fünf oder sechs Jahrzehnten. Vielleicht sogar noch mehr. Denn inzwischen ist die 2001 verstorbene Keramikerin, die kurz vor ihrem Tod noch mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt und als wegweisende Designerin gefeiert wurde, auch international bekannt. Selbst wenn sie den Kult um ihre Person mit lakonischen Sprüchen wie „Das sind doch bloß Töppe“ abtat. Wir finden, es sind einfach die schönsten Töppe im Gebrauch und natürlich für's Auge.

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